Polski Dziennik

Mexiko

3. April 2008 · No Comments

Da nutze ich doch mal das Post-Mexiko-Loch für einen Kurzbericht:

1. Das Land: Mexiko ist ein Traum, ein wirkliches “developing country”, kulturelle Vermischung zwischen Südamerika und USA (soweit ich das beurteilen kann). Spannend fand ich auch die Vermischung von vorchristlicher und christlicher Kultur (soweit man da von Vermischung sprechen kann - hmpf). Touristisch habe ich natürlich nicht so viel gesehen, aber letztlich mehr als gedacht…Fotos folgen.  (Ich weiß, das schreibe ich immer.)

2. WorldMUN im Committee: Wie gesagt, ich habe Serbien im Social, Cultural and Humanitarian (SOCHUM)-Committee vertreten. Das Thema wurde letztlich Myanmar/Burma. Mir ging die Diskussionskultur und das nordamerikanische Tussengehabe größtenteils sehr auf die Nerven, ansonsten war es aber doch streckenweise ganz spannend. Was ich jetzt nun wirklich dabei gelernt habe, wird sich wohl später erst rausstellen.

3. WorldMUN allgemein: Teilweise gute bis sehr gute Parties, es wurde die ganze Zeit lang der “spirit” und die “collaboration” beschwört - ohne dass eigentlich irgendwer wusste, was das sein soll. Das oberflächliche Smalltalk-Gehabe für solche Veranstaltungen liegt mir einfach nicht…ich befürchte, dass das wirklich eine us-amerikanische Angewohnheit ist und überlege mir umso mehr, ob ein längerer Aufenthalt in den Staaten wirklich so erstrebenswert ist.

4. Die Gruppe war ziemlich krass. 20 starke Individuen - von sehr interessanten und netten Leuten bis zu ziemlich anstrengenden alles dabei. Auf jeden Fall eine spannende Gruppendynamik.

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18. März 2008 · 2 Comments

Da war ich gerade dabei eine ewige Liebesbeziehung mit dieser Stadt einzugehen und dann passiert mir folgendes:

Gestern Abend bin ich mal wieder in das Loch zwischen normalen Bussen und Nachtbussen gefallen. Nachdem ich den letzten normalen Bus verpasst hatte, musste ich eine halbe Stunde warten. Kein Problem, dachte ich mir, da ich eh noch Hunger hatte. Mit meinem Mini-Döner stellte ich mich also an die Haltestelle und wartete. Mit den Nachtbussen ist das immer so, dass die nur auf Anforderung halten. Normalerweise reicht es, wenn man sich an den Fahrbahnrand stellt, aber ich wedele immer noch wild mit meinen Händen herum - so auch gestern…nur den Busfahrer interessierte das nicht die Bohne - der fuhr einfach weiter. Ich durfte dann erstmal noch durch die Gegend laufen und dann eine halbe Stunde später den nächsten Bus nehmen, so dass ich alles in allem eine Stunde später zu Hause war.

Außerdem ist hier seit gestern fieser Schneeregen - ich freue mich auf Mexiko!

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Ganz nebenbei

17. März 2008 · 1 Comment

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Beobachtung

16. März 2008 · No Comments

Heute habe ich eine Straßenbahn gesehen mit Werbung von der Stadt Warschau:

“Park nicht auf Behindertenparkplätzen!”

Wäre es nicht hilfreicher Politessen durch die Gegend zu schicken, die das Vergehen ahnden? Dabei würde man auch noch Geld einnehmen anstatt welches für die Werbung auf Straßenbahnen auszugeben…

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Musik gesucht!

15. März 2008 · 3 Comments

Ein Hilferuf in die Weiten des Netzes:  Ich bastele gerade an so einer Art Diashow für das Panda-Projekt und suche noch verzweifelt Musik! Abgesehen davon, dass es nicht so einfach ist, Musik zu finden, die passt (motivierend, nicht zu dominierend, weil ja die Bilder wichtig sind), habe ich auch noch das Problem mit dem Copyright. Suche also irgendwas ich für kostenlosen Non-Commercial Use. Ich nehme jederzeit alle sachdienlichen Hinweise über alle denkbaren Medien an…

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Inzest und das Grundgesetz

13. März 2008 · No Comments

Mal was ganz anderes: Irgendwie bin ich heute ganz schön in’s Grübeln gekommen über das deutsche Rechtsverständnis etc. und ich frage mich inzwischen wirklich, worauf ein Inzest-Verbot beruht.  Zum Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hat heute die Klage eine Geschwisterpaars abgelehnt, das gegen die Verfassungsmäßigkeit des Inzest-Paragraphen geklagt hat. (Zeit-Dossier) Gut, im ersten Moment habe ich auch gesagt: Natürlich - schließlich entspricht das auch nicht gerade meinem Moralempfinden von einer glücklichen Familie. Aber darf das entscheidend sein für so ein Urteil? Schließlich findet auch ein Großteil der deutschen Bevölkerung Homosexualität verwerflich. Ein Verbot der Homosexualität widerspricht aber auch dem Grundgesetz. Das einzige Argument, das gegen Inzest spricht, ist also die Beschädigung der Erbanlage, das nennt man auch Eugenik und damit begründet das BVerfG auch:

“Der Gesetzgeber hat sich zusätzlich auf eugenische Gesichtspunkte gestützt und ist davon ausgegangen, dass bei Kindern, die aus einer inzestuösen Beziehung erwachsen, wegen der erhöhten Möglichkeit der Summierung rezessiver Erbanlagen die Gefahr erblicher Schädigungen nicht ausgeschlossen werden könne.”

Das zweifelt niemand ernsthaft an, obwohl umstritten ist, um wie viel höher die  Wahrscheinlichkeit für Erbschäden überhaupt ist. Meine Frage ist dann allerdings: Wieso dürfen Behinderte und spätgebärende dann Kinder kriegen? Und überhaupt: Wenn es wirklich das Erbgut ist, um das sich der Gesetzgeber Sorgen macht, (Was mir wiederum Sorgen machen würde, weil man damit in lebenswertes und unlebenswertes Leben unterscheidet) warum verbietet man dann nicht das Kinderkriegen, sondern den Geschlechtsverkehr?

Wenn man z.B. auf die Seite von M.E.L.I.N.A schaut, einem Verein von Inzestkindern, dann kann ich deren Anliegen soweit verstehen: Natürlich ist Inzest verbunden mit Vergewaltigung bzw. Missbrauch ein Verbrechen, aber dann ist doch nicht der Inzest das Verbrechen. Auch ein gleichgeschlechtlicher Missbrauch ist ein Verbrechen, aber da ist eben nicht die Homosexualität das Verbrechen, sondern der Missbrauch. Ich kann die Mitglieder des Vereins nicht so richtig verstehen, weil der Kampf für den Inzest-Paragraphen doch bedeutet, dass ihr Leben nicht wertgeschätzt wird. (Abgesehen davon, dass es dort eigentlich nie um Inzest mit beiderlei Einverständnis geht.)

Vielleicht wäre Jura doch ein passendes Studienfach gewesen…

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Polen und der EU-Vertrag

12. März 2008 · No Comments

Boah - da habe ich doch gerade in meiner Hausarbeit festgestellt, dass die Zustimmung der Polen zum politischen System gestiegen ist infolge der Ergebnisse der Parlamentswahl 2007 - und jetzt kommt sowas: Kaczynski will den EU-Vertrag den er selber ausgehandelt hat im Parlament scheitern lassen. Hallo? Geht’s noch? Da wundert es doch keinen, dass die die Werte in puncto Einstellung zur Demokratie genauso wie die Wahlbeteiligung in Polen unterirdisch sind. Ich hoffe doch mal, dass sich das dann auch in schöner Wechselwirkung der politischen Einstellungen auf das politische System bei den nächsten Präsidentenwahlen auswirkt.
(Ganz abgesehen davon, dass ich es inhaltlich unmöglich finde, dass die PiS die EU-Grundrechtecharta nicht anerkennen will.)

Da kann ich doch nur mit den Wise Guys sagen:
“Das hier ist für die Politiker, die das, was sie versprechen,
so meinen, wie sie’s sagen und auch nach der Wahl nicht brechen,
die ihren Job, so, wie geplant, als Dienst am Staat verstehn,
die, wenn sie Scheiße bau’n, nicht lamentieren, sondern gehn.[…]
Danke Danke Danke
Ihr seid wie die Oase, die uns in der Wüste kühlt
Danke Danke Danke
In der Hoffnung, dass sich irgend jemand angesprochen fühlt”

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Oper

8. März 2008 · 1 Comment

“Oper ist in meinen Augen eine nicht geglückte Kunstform.”

(Helmut Schmidt im Zeit-Magazin, 19. 12.07)

So, das musste ich einfach mal loswerden.

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Ausflug nach Deutschland

7. März 2008 · No Comments

Nein, ich wurde nicht vom Erdboden verschluckt, ich habe nur einen kleinen Ausflug nach Deutschland gemacht. Eigentlich war der Plan vor zwei Wochen so: Ich schreibe Freitag und Samstag meine Hausarbeit zu Ende, am Samstagabend setze ich mich in den Zug und fertig. Am Donnerstagabend entschied mein PC aber nicht mehr hochzufahren, da dachte ich noch: “Lass ihn mal eine Nacht drüber schlafen.” Als er am Freitagmorgen immer noch nicht tat, beschloss ich einen Tag früher nach Hause zu fahren, da ich wusste, dass ich das ohne PC zur Problemlösungssuche und ohne Recovery-CD niemals hinkriege. Natürlich hatte ich eine Fahrkarte mit Zugbindung und musste mir eine neue kaufen, zum Glück konnte ich die alte zur Hälfte des Preise noch verscherbeln. Dann wollte ich eigentlich den Freitag wenigstens zum Gedankensortieren für meine Hausarbeit nutzen, aber eine meiner türkischen Mitbewohnerinnen musste wegen ihrer kranken Großmutter nach Hause fliegen, so dass ich die Hälfte des Tages damit beschäftigt war, ihr einen Flug zu suchen…abends war ich dann noch auf einer lustigen Party, wo ich dann leider um viertel nach neun gehen musste, um meinen Zug um halb 12 zu kriegen. Der Zug hatte dann ewig Verspätung. Ich war um zwei Uhr mittags in Deutschland. Es dauerte bis Sonntagmorgen und mein PC lief wieder. Wo jetzt nun eigentlich das Problem lag, weiß ich auch nicht. Ich bin mir nur ziemlich sicher, dass ich das ohne Hilfe nie hingekriegt hätte. An meiner Hausarbeit habe ich natürlich zu Hause nicht geschrieben, nur zum Gedankensortieren hat’s gereicht. (Ich habe das ganze Wohnzimmer mit kleinen beschriebenen Zetteln gepflastert.) Nach ein paar netten Tagen zu Hause, bin ich am Mittwoch zur Monster-Bundesausschusssitzung der Aktion West-Ost gefahren. Das waren wirklich schöne Tage, aber so anstrengend, dass ich schon ab Samstagmorgen keine Stimme mehr hatte. Am Montag morgen wollte ich dann eigentlich aufstehen und zum Zug fahren, aber mein Körper schrie nur ganz laut: “Nein, bleib liegen!” Dann habe ich meine Abfahrt wieder einmal verschoben, diesmal nach hinten. Am Dienstag habe ich dann noch Murphy persönlich getroffen: Es war Cebit und Verdi-Streik gleichzeitig in Hannover. Normalerweise kann man aber um 10 Uhr auch zu Cebit-Zeiten locker über den Messeschnellweg fahren. An diesem Dienstag hatte sich wohl wegen des Streiks alles etwas verzögert und um kurz vor 10 war immer noch Maßnahme A, d.h. man kommt nur bis zur Messe, kann aber von dort nicht weiter in die Stadt fahren. Also sind wir mit dem Auto über die Käffer gezuckelt und waren damit schon etwas spät dran. Als wir dann zum Bahnhof in die Straße einbiegen wollten, fuhren wir geradewegs auf die verdi-Demonstranten zu. Da kam ich mir echt vor, wie im Film…ich bin dann ausgestiegen und den Rest zu Fuß gelaufen. Zum Glück hatte der Zug ein paar Minuten Verspätung. Seit Dienstagabend bin ich jetzt wieder in Warschau, meine Hausarbeit befindet sich auf der fünften Seite und wird hoffentlich heute fertig. Das Semester hat wieder angefangen, ich muss eigentlich noch am diesen Wochenende mein Position Paper schreibe und dann geht’s bald nach Mexiko :-)

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Museum des Warschauer Aufstands

18. Februar 2008 · 1 Comment

Kann man eine Hausarbeit über politische Kultur in Polen schreiben ohne im Museum des Warschauer Aufstands gewesen zu sein? Nein! Und was macht man, wenn das Wetter schlecht ist? In’s Museum gehen! Genau deshalb war ich gestern in so ziemlich dem modernsten Museum, das ich je gesehen habe. Sonst wird man ja museologisch in Polen nicht gerade verwöhnt (Ich erinnere mich mit Grausen an die sinnfrei aneinander gereihten Waffen im Wawel-Museum…), aber dieses Museum ist wirklich der Hammer. Schon allein innen-architektonisch einmalig. Es wird einfach jedes Medium benutzt und dabei auch noch sinnvoll eingesetzt. Eine sehr gute Mischung zwischen informativer und emotionaler Ansprache. Zwei Nachteile hat das Museum allerdings: Die Besucherführung ist verwirrend. Irgendwie bin ich manchmal den Aufstand von hinten und manchmal von vorne durchgegangen und die thematische Aufteilung war auch etwas konfus. (Es gibt an der Kasse wohl auch einen Plan, aber da gestern freier Eintritt war, war ich natürlich nicht an der Kasse.) Außerdem ist das Museum zu groß für einen Besuch. Wie ich so bin, habe ich mir am Anfang alles sehr genau angeschaut, nach zweieinhalb Stunden wollte mein Kopf aber einfach keine Infos mehr aufnehmen, aber da hatte ich schätzungsweise gerade mal die Hälfte gesehen. Im ersten Teil des Museum schob man sich so durch die Gänge (wie gesagt: freier Eintritt), im letzten Teil (wenn es denn der letzte war) waren kaum noch Leute und die sind auch nur so flüchtig durchgelaufen (wie ich). Ich habe dafür einen Museumsführer erstanden (erstaunlich günstig) zum in Ruhe nachlesen und nehme mir vor nochmal hinzugehen, dann fange ich vielleicht von hinten an.
Bilder gibt’s demnächst!

→ 1 CommentCategories: Touristisches und Kulturelles