Polski Dziennik

Entries categorized as 'Politik und Gesellschaft'

Birma

9. Mai 2008 · No Comments

Ich habe ja in Mexiko beim World Model United Nations in meinem Committee über die Situation in Birma diskutiert. Ich erinnere mich da noch gut an die Beiträge eines NGO-Vertreters (der hinterher auch einen Award bekommen hat), dass die Kinder, die schon in den ersten Jahres ihres Lebens sterben, wenig von einer Demokratie haben, weil sie niemals wählen werden können. Daher müssten humanitäre Fragen Vorrang vor politischen haben. An der Situation jetzt, erkennt man ja wohl, dass die Sache so einen Haken hat. Ich will die Arbeit von Hilfsorganisationen und NGOs ja garnicht abwerten, aber humanitäre Probleme lösen zu wollen ohne dabei auf das politische System zu schauen, funktioniert einfach nicht. Es hat schon gute Gründe, weshalb es den Menschen durchschnittlich in einer Demokratie auch wirtschaftlich besser geht als in autoritären und totalitären Systemen.

Categories: Politik und Gesellschaft

Werbung

15. April 2008 · 2 Comments

Jetzt wisst ihr auch, wie ich das Musik-Problem gelöst habe. Ehrlich gesagt unter Nicht-Beachtung des Copyright-Aspekts - aber wir verdienen ja kein Geld mit dem Projekt, sondern tun was Gutes!

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Die Zeit

12. April 2008 · No Comments

Nach meinem Plädoyer für tagesschau.de muss ich nochmal Werbung für ein anderes deutsches Medium machen. Ich freue mich immer, wenn ich intelligente politische Kommentare lesen - und mangels deutscher Tageszeitungen lese ich die gerade v.a. in der Zeit. Ich bin mir aber auch sicher, dass man die meisten der besseren Artikel dort nirgendwo anders findet.

In dieser Ausgabe schreibt Bernd Ulrich über die Tendenz der “linken Mehrheit” die Deutschen, insbesondere die Mittelschicht, als arme, bedauernswerte Masse einzuschätzen.  Er stellt dagegen fest: “Noch immer gilt der Satz: Reicher, gleicher und freier als die Deutschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben kaum je Menschen gelebt und lebt auch heute kein Volk auf dieser Erde.” Und auch zu schwarz-grün macht er einen sehr treffenden Kommentar: “Wenn diese Kombination einen Sinn hat, dann weil sie die beiden Parteien einschließt, die ihre Wähler am wenigsten als Anspruchsberechtigte ansprechen, sondern zuerst als Bürger, als Menschen, die zu etwas fähig und verpflichtet sind. [...] Insofern lohnte sich dann doch Schwarz-Grün, eine Koalition die – nebenbei – auch die werthaltigste Außenpolitik formulieren würde.” Da kann ich doch nur virtuell applaudieren.

Außerdem hat Alice Bota in einem Artikel mit dem Tital “Danzig liegt im Himalaya” versucht das Phänomen der Pro-Tibet-Proteste in Polen zu erklären. Ich habe mich selbst schon darüber gewundert, da natürlich Tibet auch in Deutschland in den Medien und Köpfen gerade präsent ist - aber lange nicht so stark wie hier in Polen. Für Frau Bota sind die Pro-Tibet-Demonstrationen eine Fortsetzung der Solidarnosc-Bewegung. Mit Sicherheit spielt die historische Komponente eine große Rolle - ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob man das Phänomen wirklich darauf beschränken kann. (Der Artikel ist wohl leider nicht online verfügbar…)

Categories: Politik und Gesellschaft

Für die Zukunft von tagesschau.de

10. April 2008 · No Comments

Die schon etwas ältere Diskussion über die Onlineangebote der öffentlich-rechtlichen kommt mal wieder in Gang. Die privaten Medien (u.a. die Zeitungen) wollen den öffentlich-rechtlichen ihre Onlineangebote verbieten lassen, da diese eine Konkurrenz für ihre eigenen Angebote ist. Den Beitrag zu dem entsprechenden Arbeitsentwurf gibt es natürlich auf tagesschau.de - ich behaupte nicht, dass dieser zu diesem Thema neutral wäre. Ich muss sagen, dass die ARD für mich ihren Auftrag durch kaum ein anderes Angebot besser erfüllt als mit tagesschau.de. Von keiner Zeitung gibt es ein derartiges Angebot im Internet, da eine Zeitung nunmal etwas ganz anderes ist als die Nachrichten von tagesschau.de! Wenn mir jemand ein privates Angebot in dieser Qualität präsentiert, dann bin ich bereit meine Meinung zu ändern - aber im Moment sehe ich nicht, wo die Privaten da das Konkurrenzproblem ausmachen wollen.

Categories: Politik und Gesellschaft

Ganz nebenbei

17. März 2008 · 1 Comment

Categories: Politik und Gesellschaft

Inzest und das Grundgesetz

13. März 2008 · No Comments

Mal was ganz anderes: Irgendwie bin ich heute ganz schön in’s Grübeln gekommen über das deutsche Rechtsverständnis etc. und ich frage mich inzwischen wirklich, worauf ein Inzest-Verbot beruht.  Zum Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hat heute die Klage eine Geschwisterpaars abgelehnt, das gegen die Verfassungsmäßigkeit des Inzest-Paragraphen geklagt hat. (Zeit-Dossier) Gut, im ersten Moment habe ich auch gesagt: Natürlich - schließlich entspricht das auch nicht gerade meinem Moralempfinden von einer glücklichen Familie. Aber darf das entscheidend sein für so ein Urteil? Schließlich findet auch ein Großteil der deutschen Bevölkerung Homosexualität verwerflich. Ein Verbot der Homosexualität widerspricht aber auch dem Grundgesetz. Das einzige Argument, das gegen Inzest spricht, ist also die Beschädigung der Erbanlage, das nennt man auch Eugenik und damit begründet das BVerfG auch:

“Der Gesetzgeber hat sich zusätzlich auf eugenische Gesichtspunkte gestützt und ist davon ausgegangen, dass bei Kindern, die aus einer inzestuösen Beziehung erwachsen, wegen der erhöhten Möglichkeit der Summierung rezessiver Erbanlagen die Gefahr erblicher Schädigungen nicht ausgeschlossen werden könne.”

Das zweifelt niemand ernsthaft an, obwohl umstritten ist, um wie viel höher die  Wahrscheinlichkeit für Erbschäden überhaupt ist. Meine Frage ist dann allerdings: Wieso dürfen Behinderte und spätgebärende dann Kinder kriegen? Und überhaupt: Wenn es wirklich das Erbgut ist, um das sich der Gesetzgeber Sorgen macht, (Was mir wiederum Sorgen machen würde, weil man damit in lebenswertes und unlebenswertes Leben unterscheidet) warum verbietet man dann nicht das Kinderkriegen, sondern den Geschlechtsverkehr?

Wenn man z.B. auf die Seite von M.E.L.I.N.A schaut, einem Verein von Inzestkindern, dann kann ich deren Anliegen soweit verstehen: Natürlich ist Inzest verbunden mit Vergewaltigung bzw. Missbrauch ein Verbrechen, aber dann ist doch nicht der Inzest das Verbrechen. Auch ein gleichgeschlechtlicher Missbrauch ist ein Verbrechen, aber da ist eben nicht die Homosexualität das Verbrechen, sondern der Missbrauch. Ich kann die Mitglieder des Vereins nicht so richtig verstehen, weil der Kampf für den Inzest-Paragraphen doch bedeutet, dass ihr Leben nicht wertgeschätzt wird. (Abgesehen davon, dass es dort eigentlich nie um Inzest mit beiderlei Einverständnis geht.)

Vielleicht wäre Jura doch ein passendes Studienfach gewesen…

Categories: Leben außerhalb Polens · Politik und Gesellschaft

Polen und der EU-Vertrag

12. März 2008 · No Comments

Boah - da habe ich doch gerade in meiner Hausarbeit festgestellt, dass die Zustimmung der Polen zum politischen System gestiegen ist infolge der Ergebnisse der Parlamentswahl 2007 - und jetzt kommt sowas: Kaczynski will den EU-Vertrag den er selber ausgehandelt hat im Parlament scheitern lassen. Hallo? Geht’s noch? Da wundert es doch keinen, dass die die Werte in puncto Einstellung zur Demokratie genauso wie die Wahlbeteiligung in Polen unterirdisch sind. Ich hoffe doch mal, dass sich das dann auch in schöner Wechselwirkung der politischen Einstellungen auf das politische System bei den nächsten Präsidentenwahlen auswirkt.
(Ganz abgesehen davon, dass ich es inhaltlich unmöglich finde, dass die PiS die EU-Grundrechtecharta nicht anerkennen will.)

Da kann ich doch nur mit den Wise Guys sagen:
“Das hier ist für die Politiker, die das, was sie versprechen,
so meinen, wie sie’s sagen und auch nach der Wahl nicht brechen,
die ihren Job, so, wie geplant, als Dienst am Staat verstehn,
die, wenn sie Scheiße bau’n, nicht lamentieren, sondern gehn.[…]
Danke Danke Danke
Ihr seid wie die Oase, die uns in der Wüste kühlt
Danke Danke Danke
In der Hoffnung, dass sich irgend jemand angesprochen fühlt”

Categories: Politik und Gesellschaft

PANDA

11. Februar 2008 · No Comments

Laut Wikipedia ist ein Panda “eine Säugetierart aus der Familie der Bären (Ursidae)” - außerdem ist es der Titel eines super Projekts, das die Aktion West-Ost gemeinsam mit Trampolina und einer weißrussischen Organisation (Ich hoffe zwar mal, dass der weißrussische Geheimdienst besseres zu tun hat als mein Blog zu lesen - aber man weiß ja nie…) veranstaltet. Wir bauen im September mit ca. 45 Leuten einen Spielplatz für ein Kinderheim in Kozienice (eine Stadt zwischen Warschau und Lublin). Unterstützt werden wir dabei von Kukuk, einer deutschen Firma, die u.a. Spielplätze baut.  Natürlich bauen wir nur mit Naturmaterialien und nicht mit Plastik und solchen hässlichen Dingen…Das Wochenende haben wir mit der Planung verbracht und jetzt beschäftigen uns so Fragen wie: Wie kriegen wir einen LKW Findlinge zu dem Kinderheim? Ich habe das Gefühl, wir haben die Unterstützung von halb Polen - deshalb werden wir auch auf diese Preisfrage wohl irgendwie eine Antwort finden!

Categories: Politik und Gesellschaft · Touristisches und Kulturelles

Umweltschutz u.a.

6. Februar 2008 · No Comments

Die Gazeta Wyborcza stellt fest, dass es sich lohnt mit Deutschen zu reden. Netterweise tut sie das auch in Englisch, so dass ihr das auch selber lesen könnt…

Außerdem muss ich hier zwei Beobachtungen über den Umgang mit der Umwelt loswerden.

1. Plastiktüten: Sie liegen überall umsonst aus  und in vielen Geschäften werden die Einkäufe dort auch gleich eingepackt, so dass man sich regelrecht wehren muss, um keine zu bekommen. Bei uns in der WG sammeln wir die schon - aber was sollen wir damit tun? Letztes Wochenende im Supermarkt stand sogar eine Pfadfindergruppe bereit, um meinen Einkauf in diese Plastiktüten einzupacken - sie sammelten damit offensichtlich Spenden für ihre Arbeit. Wenn noch nichtmal Pfadfinder wahrnehmen, dass diese Plastiktüten die Umwelt schädigen - wie sieht es dann erst im Rest der Gesellschaft aus? (Vielleicht ist auch mein Pfadfinder-Bild doch immer noch zu positiv und die denken eigentlich garnicht ökologisch, sondern nur dann, wenn sie durch die Gegend touren…)

2. Vorgestern erfuhr ich, dass die Heizung in unserem Wohnblock zentral abgerechnet wird, sprich: Der Verbrauch wird summiert und durch die Zahl der Wohnungen geteilt. Ich finde das nicht nur unfair, weil ich immer minimal heize und deshalb auf jeden Fall mehr bezahle als ich verbrauche, sondern auch schlichtweg dumm, weil so natürlich niemand die Heizung runterdreht. Schließlich haben wir einen äußerst milden Winter und es könnte so viel Energie gespart werden, aber so wird das nichts mit den EU-Klimaschutzrichtlinien - aber Polen darf ja noch mehr CO2 in die Luft blasen, da muss man sich ja auch noch nicht anstrengen…

Ansonsten habe ich heute erfolgreiche meine final speech über Hannah Arendt gehalten und jetzt geht’s richtig los mit dem Lernen für meine Hammerprüfung nächste Woche!

Categories: Politik und Gesellschaft · Studium

Merkel, Haare, Wohnung

1. Februar 2008 · 3 Comments

“Merkel wyciąga rękę” (”Merkel streckt die Hand aus”) titelt heute die Gazeta Wyborcza, die wichtigste polnische Tageszeitung. Merkel erhält nicht nur die Ehrendoktorwürde der Politechnika in Breslau, sondern auch ihre Bemühungen um das “sichtbare Zeichen” und die Verständigung mit Polen in diesem Punkt werden gewürdigt. Haupttenor des Artikels: Merkel will endlich fertig werden mit diesem leidigen Thema. Na, ich bin gespannt, was daraus wird und hege weiterhin Sympathien für das II. Weltkrieg-Museum von Herrn Tusk in Danzig, aber das tut Angie ja auch. Bezeichnend ist übrigens mal wieder, dass die Gazeta Wyborcza das Thema auf der Titelseite hat, während es der deutschen Presse keine Erwähnung wert ist…

Zweite wichtige Meldung an diesem denkwürdigen Tag: Ich war beim Friseur! Alle, die mich in letzter Zeit gesehen haben, wissen, wieso das eine sensationelle Meldung ist. Letztendlich waren meine Haare länger als ich sie jemals hatte, seit ich mich erinnern kann.  Die Verständigung war zwar manchmal etwas lustig, aber es ging dann doch irgendwie.

Außerdem habe ich gestern eine neue Mitbewohnerin gefunden, die am Sonntag in mein Zimmer einziehen wird - nachdem die Rumänin aus - und ich in ihr Zimmer eingezogen bin. Meine beiden koreanischen Mitbewohnerinnen verlassen mich am Donnerstag. Dann kommt die Rumänin nochmal wieder und dann ziehen die Türkinnen ein - also ein ständiges Kommen und Gehen hier - und ich finde, dass 16 Mitbewohner/innen für drei Jahre ein bemerkenswerter Schnitt sind.

Categories: Alltäglicher Wahnsinn · Politik und Gesellschaft · Wohnen