Polski Dziennik

Ausflug nach Deutschland

7. März 2008 · Kommentar schreiben

Nein, ich wurde nicht vom Erdboden verschluckt, ich habe nur einen kleinen Ausflug nach Deutschland gemacht. Eigentlich war der Plan vor zwei Wochen so: Ich schreibe Freitag und Samstag meine Hausarbeit zu Ende, am Samstagabend setze ich mich in den Zug und fertig. Am Donnerstagabend entschied mein PC aber nicht mehr hochzufahren, da dachte ich noch: „Lass ihn mal eine Nacht drüber schlafen.“ Als er am Freitagmorgen immer noch nicht tat, beschloss ich einen Tag früher nach Hause zu fahren, da ich wusste, dass ich das ohne PC zur Problemlösungssuche und ohne Recovery-CD niemals hinkriege. Natürlich hatte ich eine Fahrkarte mit Zugbindung und musste mir eine neue kaufen, zum Glück konnte ich die alte zur Hälfte des Preise noch verscherbeln. Dann wollte ich eigentlich den Freitag wenigstens zum Gedankensortieren für meine Hausarbeit nutzen, aber eine meiner türkischen Mitbewohnerinnen musste wegen ihrer kranken Großmutter nach Hause fliegen, so dass ich die Hälfte des Tages damit beschäftigt war, ihr einen Flug zu suchen…abends war ich dann noch auf einer lustigen Party, wo ich dann leider um viertel nach neun gehen musste, um meinen Zug um halb 12 zu kriegen. Der Zug hatte dann ewig Verspätung. Ich war um zwei Uhr mittags in Deutschland. Es dauerte bis Sonntagmorgen und mein PC lief wieder. Wo jetzt nun eigentlich das Problem lag, weiß ich auch nicht. Ich bin mir nur ziemlich sicher, dass ich das ohne Hilfe nie hingekriegt hätte. An meiner Hausarbeit habe ich natürlich zu Hause nicht geschrieben, nur zum Gedankensortieren hat’s gereicht. (Ich habe das ganze Wohnzimmer mit kleinen beschriebenen Zetteln gepflastert.) Nach ein paar netten Tagen zu Hause, bin ich am Mittwoch zur Monster-Bundesausschusssitzung der Aktion West-Ost gefahren. Das waren wirklich schöne Tage, aber so anstrengend, dass ich schon ab Samstagmorgen keine Stimme mehr hatte. Am Montag morgen wollte ich dann eigentlich aufstehen und zum Zug fahren, aber mein Körper schrie nur ganz laut: „Nein, bleib liegen!“ Dann habe ich meine Abfahrt wieder einmal verschoben, diesmal nach hinten. Am Dienstag habe ich dann noch Murphy persönlich getroffen: Es war Cebit und Verdi-Streik gleichzeitig in Hannover. Normalerweise kann man aber um 10 Uhr auch zu Cebit-Zeiten locker über den Messeschnellweg fahren. An diesem Dienstag hatte sich wohl wegen des Streiks alles etwas verzögert und um kurz vor 10 war immer noch Maßnahme A, d.h. man kommt nur bis zur Messe, kann aber von dort nicht weiter in die Stadt fahren. Also sind wir mit dem Auto über die Käffer gezuckelt und waren damit schon etwas spät dran. Als wir dann zum Bahnhof in die Straße einbiegen wollten, fuhren wir geradewegs auf die verdi-Demonstranten zu. Da kam ich mir echt vor, wie im Film…ich bin dann ausgestiegen und den Rest zu Fuß gelaufen. Zum Glück hatte der Zug ein paar Minuten Verspätung. Seit Dienstagabend bin ich jetzt wieder in Warschau, meine Hausarbeit befindet sich auf der fünften Seite und wird hoffentlich heute fertig. Das Semester hat wieder angefangen, ich muss eigentlich noch am diesen Wochenende mein Position Paper schreibe und dann geht’s bald nach Mexiko :-)

Kategorien: Alltäglicher Wahnsinn · Leben außerhalb Polens

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