Dieses Stilleben soll als Anlass dienen mal ein paar Worte über das Essen hier zu verlieren:
1. Frühstück: Normalerweise isst man hier Pappbrot. Ich habe dann eine ganze Weile Brötchen gekauft, was aber auf Dauer ja auch keine Lösung ist. Schließlich habe ich dann doch „traditionelles polnisches Brot“ gefunden, das dunkel und mit Körnern ist. Wie ihr aber auf dem Foto seht, ist das Brot eher winzig, so dass man eine ganze Weile schneiden muss bis man ein vollwertiges Frühstück hat.
Außerdem esse ich ja vor allem Käse auf Brot. Nur leider ist das hier mit dem Käse nicht so einfach. Für die letzten Tage konnte ich noch von dem Care-Paket aus Deutschland zehren. Jetzt habe ich wieder Briekäse gekauft, der zwar gut schmeckt, aber ziemlich teuer ist. Ansonsten schmeckt hier Käse irgendwie nach nichts. Daher bennen die Polen ihren Käse wohl auch nach Farbe. Zum Beispiel gibt es „biale ser“ – „weißen Käse“, den man zuckern kann, dann ist er süß oder salzen kann, dann ist er halt salzig… Auf dem Teller seht ihr „zolty ser“ – „gelben Käse“, auf dem „Gouda“ stand und ich muss sagen, dass es das erste Mal ist, dass ich hier Käse gegessen habe, der auch annähernd so schmeckt wie Gouda…
2. Tee: Auf dem Foto seht ihr einen großen Vorteil meiner neuen WG: Wir haben zwei Teekannen! Außerdem sind die Polen große Teetrinker, was mir sehr sympathisch ist. Man bekommt überall Tee angeboten und es wird nicht nur „Kaffee?“ gefragt wie in Deutschland, sondern üblicherweise: „Tee oder Kaffee?“ Auch die Auswahl an Teesorten und die Menge an richtigen Teeläden ist dementsprechend ![]()
3. Pierogi: Hat wohl jeder schonmal gegessen, der auch nur einen Tag in Polen war: Teigtaschen mit jeder beliebigen Füllung. Am häufigsten „z miesem“ – mit Fleisch, „ruskie“ – so ne Art Kartoffelfüllung und „z grzybami i kapuste“ – mit Pilzen und Kraut. Außerdem gibt es sie auch in der süßen Variante: „z owocami“ – mit Früchten und auch „z serem“ – mit Käse gilt als süß. (Da ist dann der oben erwähnte „biale ser“ drin.) Mein persönlicher Favorit sind natürlich „pierogi z szpinakiem“, die man nur leider nicht überall kriegt. Beim Selberkochen sind Pierogi, DIE Alternative zu Nudeln: Wasser kochen, Pierogi reinschmeißen, 3-5 kochen lassen , rausholen und essen. Mein Lieblingswinteressen: „Pierogi z serem“ mit Äpfeln, Zimt und Zucker anbraten – lecker! (Kathrin, falls du hier vorbeikommst: Danke für den Tipp!)
4. Ansonsten kann man überall billig was zum Sattwerden finden: Pierogi, Pfannkuchen („Nalesniki“) und andere polnische Küche in den Milchbars. Pizzen und „Zapiekanki“ (polnisches Fastfood – die einzige Art, wie ich Pilze mag…) an vielen Verkaufsständen. Und für Vegetarier und alle anderen Freunde von Gemüse und Salaten: „Greenway“ – eine polnische Kette von vegetarischen Milchbars.
Edit: 5. Wasser kann man hier natürlich nicht aus der Leitung trinken ohne es abzukochen. (Vielleicht auch ein Grund für die Teevorliebe. PET-Flaschen in Kisten und so nen Krams gibt es hier natürlich nicht. Irgendwie muss man aber trotzdem die Wassermengen, die man so trinkt aus dem Supermarkt nach Hause kriegen. Deshalb kauft man das ganze in großen Kanister, die dann so aussehen:

Essen
12. Januar 2008 · Kommentar schreiben
Kategorien: Alltäglicher Wahnsinn · Besonderes und Skurriles

0 Antworten bis hierher ↓
Bis jetzt noch kein Kommentar ... Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.